Die tägliche Arbeit kann neben dem notwendigen Zweck des Broterwerbes auch ein Teil eines sinnvollen und glücklichen Lebensvollzuges sein. Dies wird umso mehr gelten je mehr sie der eigenen Berufung und Neigung entspricht.
Arbeit ist in bestimmten Bereichen auch „Dienst am Nächsten“, wer auch immer der „Nächste ist“ – Alte, Junge, Kranke, Behinderte, Einsame, Bedürftige…..! Alte und kranke Mitmenschen müssen betreut und gepflegt werden und mit geeigneten Veranstaltungen vor der Einsamkeit bewahrt werden. Behinderte müssen aus der sozialen Isolation geführt werden, ihr Selbstwertgefühl muss durch Beschäftigung geweckt und verstärkt werden. Bedürftige müssen unterstützt werden und Jugendliche sind in ihrer Entwicklung durch ein sinnvolles Freizeitangebot in den Bereichen Sozialarbeit, Bildung, Sport, Wandern und Unterhaltung zu fördern.
Viele humanitäre Aufgaben werden heute noch mit Liebe, Hingabe und Selbstlosigkeit in der Familie wahrgenommen. Doch wo die Geborgenheit der Familie fehlt, müssen öffentliche und private Institutionen diesen „Dienst am Nächsten“ übernehmen. Diese können jedoch in vielen Bereichen ihre humanitäre Aufgabe nur mit Hilfe hochherziger Menschen, mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter erfüllen. Die Statistik spricht von Millionen Arbeitsstunden, die in diesen Bereichen geleistet werden, eine Zahl deren Wert durch Geld nicht ausgedrückt werden kann.
Warum übernehmen Menschen ehrenamtliche Tätigkeiten, warum stellen sie sich unbezahlt und oft unbedankt in den Dienst der Gemeinschaft? Vielleicht liegt es im Wesen des Menschen Gutes zu tun, dem Mitmenschen helfen zu wollen, vielleicht empfinden sie es, wie es das Wort „Ehrenamt“ ausdrückt als Ehre für andere tätig zu sein, vielleicht wollen sie nur dabei sein, weil sie sich in der Gesellschaft gleich gesinnter Menschen wohl fühlen?
Vielleicht führt es bei manchem Mitarbeiter zur Zufriedenheit. Goethes Faust ist auch erst glücklich als er in der Arbeit für den Nächsten den Sinn des Lebens erkennt!
Ich möchte an dieser Stelle allen „Ehrenamtlichen“, insbesondere den Mitarbeitern unserer Wohlfahrtsvereinigung für ihr Engagement herzlich danken.
Der letzte Bürgernachmittag vor der Sommerpause am 6. April 2011 stand unter dem Motto:
„Eine Reise nach Gotland“.
Zum Empfang gab es ein Glas Sekt oder Sekt -Orange gespendet vom Weinhof Roland Schenkenfelder.
Auf den österlich gedeckten Tischen standen bereits zwei köstliche Stücke Mehlspeise, von Frau Maria Peherstorfer gemacht bereit, um mit Kaffee, den unsere fleißigen Damen servierten, verzehrt zu werden.
Nach Kaffee und Kuchen begrüßte Obmann-Stellvertreterin Frau Brigitte Launinger 52 Gäste. Diesmal gab es nur ein Geburtstagskind, Frau Olga Huber, zu beglückwünschen.
Dann übergab Frau Launinger das Mikrofon an Herrn OStR. Prof. Ing. Reinhold Pötzelberger.
Nun begann ein Vortrag der Extraklasse über eine Fahrt nach Gotland. Mit seinem
fundierten geschichtlichen Wissen erfuhren wir sehr viel über die Reisen, Sprache und Schrift etc., der Goten.
Seine Frau Christa Pötzelberger unterstützte ihn im wahrsten Sinne des Wortes „vorbildlich“ mit einer Powerpointpräsentation.
Es war wirklich ein sehr eindrucksvoller Vortrag vom Herrn Professor, dem wir sehr herzlich dafür danken.
Außerdem gilt unser Dank allen Helferinnen die zum Gelingen des Nachmittags beigetragen haben, sowie der WKOÖ für die gewährte Gastfreundschaft.
Wir wünschen Allen einen schönen Sommer und freuen uns schon auf ein gesundes Wiedersehen im Oktober 2011!
Der Einladung zu einer mittlerweile schon traditionellen kulturellen Veranstaltung unserer Wohlfahrtsvereinigung folgten 26 „Linzer Bürger“. Diesmal stand ein Besuch des Eisenhandtheaters am 5. April 2011 auf dem Programm. „ Der Schein trügt“ von Thomas Bernhard (* 9.2.1931 – † 12.2.1989), entstand im Jahr 1982 und die Uraufführung war 1984 in Bochum von Claus Peymann.
„Jetzt brauche ich auch zum Nägelschneiden die Lesebrille, durch dieselbe Brille, durch welche ich Voltaire lese, sehe ich meine Zehennägel“, raunzt Karl, der einst mit 23 Tellern jonglierte. Zwei Bühnenkünstler lässt Thomas Bernhard in diesem Stück auftreten: Karl, einen älteren Artisten, einen Teller-Jongleur, und Robert, seinen Bruder, einen alten Schauspieler. In der Inszenierung von Uwe Lohr spielte den Karl, Vasilij Sotke und Robert seinen Bruder Sven-Christian Habich.
Diese Beiden haben eine eigene, komplizierte geschwisterliche Verbindung. Jeden Dienstag und jeden Donnerstag treffen sich die Halbbrüder. Die Besuche sind zu einem fixen Bestandteil ihres Lebens geworden. Sie erinnern sich in immer gleichen und vielfach geübten Dialogen. Das Thema ist immer die Kunst.
Vor kurzem ist Mathilde, Karls Lebensgefährtin, gestorben. Er nennt sie verächtlich eine „gescheiterte Pianistin“ und ist immer noch aufgebracht, weil sie ihn nach so vielen Jahren , „im ungünstigsten Moment verlassen“ hat. Ihn ärgert auch, dass Mathilde nicht ihm, sondern seinem Bruder Robert das Wochenendhäuschen vermacht hat. Karl hat in seiner Einsamkeit jetzt nur mehr Maggi, Mathildes Kanarienvogel. Er versteht sich nicht nur als Künstler, sondern auch als philosophischen Kopf und betont die stets überprüfbare handwerkliche Dimension seiner Jongleur-Kunst. Für seinen Bruder, den er für einen „Antikünstler“ hält – wie „Schauspieler überhaupt“ hat er ebenfalls nur Verachtung übrig. Robert hingegen, der sich nach Mathildes Tod noch mehr in die Krankheit geflüchtet hat, träumt immer noch von einem großen Auftritt als „König Lear“.
Der Monolog bzw. die Dialoge der beiden Brüder in ihrer Skurrilität und Verrücktheit werden in einer berührenden und auch komischen Weise zu einer Komödie des Alterns.
Nach zweistündiger Spieldauer, mit einer Pause, wo man sich im anliegenden Cafe „Fino“ stärken konnte, fand auch dieser unterhaltsame Abend wieder ein Ende.
Es war ein Glücksfall für Linz, dass im Jahre 1838 Joseph Schachermayer an der Landstraße nahe dem ehemaligen Bürgerspital eine Schlosserei gründete und diese noch zu Lebzeiten zu einem führenden Betrieb innerhalb der k.u.k. Monarchie ausbaute. Die folgenden Generationen schufen die heute europaweit tätige Großhandelsgesellschaft Josef Schachermayer.
Im Jahre 1866 wurde im Hause Landstraße 6 eine Eisenhandlung gegründet. Damit war der Weg den das Unternehmen in Zukunft beschreiten sollte vorgegeben.
1906 wurde der erste Warenkatalog herausgegeben, 1937 erschien die 1. Folge des Fachmagazins „Holz & Eisen“, 1959 wurde die alteingesessene Firma Rechberger übernommen und 1964 das Großhandelshaus an der Lastenstraße eröffnet. Im Jahre 1965 wurde der Betrieb zwischen den Brüdern Rudolf und Heinz Schachermayer geteilt. Rudolf Schachermayer erhielt den Besitzstand an der Landstraße, Heinz Schachermayer das Handelshaus an der Lastenstraße und die Firma Rechberger, wobei dieser in der Folge aus dem Besitzstand seines Bruders „Schachermayers Ofenzentrum“ an der Landstraße zurückkaufte.
Im Jahre 1970 begann die Gründung auswärtiger Niederlassungen und zwei Jahre später der etappenweise vollzogene
und heute noch nicht abgeschlossene Auf- und Ausbau des heutigen Betriebszentrums Schachermayerstraße 2 am südlichen Ende der Industriezeile.
Und dort trafen sich am 29. März 2011 52 Mitglieder unserer Wohlfahrtsvereinigung zur Firmenbesichtigung. Nach einem Einführungsvortrag von Mag. Michael Karner führte uns dieser mit den Herren Fritz Steinbichl und Martin Schartmüller in drei Gruppen durch die Firma. Dabei wurden wir neben den notwendigen Erklärungen auch über betriebsspezifische Zahlen, Fakten und Entwicklungstrends informiert. Die Firma Schachermayer beschäftigt am Standort Linz über 900 und weltweit über 1900 Mitarbeiter. Diese sind ihr wichtigstes Kapital und haben nach der traditionellen Firmenphilosophie „Vom Lehrling zum Chef“ alle Aufstiegsmöglichkeiten.
Über 120.000 unterschiedliche Lagerartikel aus den Bereichen Bau- und Möbelbeschläge, sowie Befestigungstechnik sind in 3 Etagen mit neuester Lagertechnik gelagert und können mit modernster Logistik abgerufen werden. Kilometerlange Förderbänder bringen die angeforderten Waren in tausenden gelben Plastikkörben zum Direktverkauf oder zum Versand.
Bestellung und Lieferung unterliegen einer weiteren Firmenphilosophie, die mit der Ziffernfolge 97 – 48 – 10 ausgedrückt wird. 97 % aller im Katalog angebotenen Waren sind vorrätig, bei Versand und Zustellung erreichen sie österreichweit binnen 48 Stunden den Kunden und bei Selbstabholung dauert es 10 Minuten von der Bestellung bis zur Auslieferung. Die 48-Stundenfrist, die in Österreich meist unterschritten wird, kann selbst im näheren Ausland eingehalten werden.
Wir wurden im Laufe des Rundganges über die unterschiedlichen Lagertechniken infor-miert, wir sahen ein Karusselllager, das Palettenlager mit seiner Staplerflotte und von einer Besuchergalerie aus das beeindruckende 30 m hohe Hochregallager mit 27.000 Lagerplätzen.
Die Begeisterung mit der uns die drei Herren durch „ihre“ Firma führten zeigte nicht nur ihre Verbundenheit mit dieser, sie ist auch Ausdruck eines guten Betriebsklimas und damit eine Voraussetzung für die Erfolgsgeschichte „Schachermayer“.
Nach der Betriebsbesichtigung wurden wir noch großzügig bewirtet. Es gab „warmen Beinschinken von der Zange“ mit verschiedenen Beilagen und Getränken. Auf den Tischen standen in Kühlgefäßen gelb lackierte Weinflaschen, denn Gelb ist die werbewirksame Farbe des Unternehmens. Um 20.30 Uhr verließen die letzten „Bürger“ das Firmengelände.
Die Verbindung der Familie Schachermayer mit uns „Linzer Bürgern“ begann im Jahre 1889, dem Jahr der Vereinsgründung. Diese Jahreszahl trägt der Nagel mit dem Namen Josef Schachermayer in der 1. Zeile des 1. Bürgertisches. Auch seine Nachkommen waren Mitglieder. KommR Heinz Schachermayer und sein Sohn Senator hc Roland Schachermayer, der im Februar dieses Jahres viel zu früh von uns gegangen ist, unterstützten stets großzügig unsere Arbeit.
Die Wohlfahrtsvereinigung „Linzer Bürger“ dankt den Geschäftsführern Mag. Gerd Schachermayer und Josef Schachermayer MIB für die Betriebsbesichtigung und Gastfreundschaft und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der Führung der Unternehmensgruppe Schachermayer –Rechberger. Wir danken auch Herrn Mag. Michael Karner, sowie den Herren Fritz Steinbichl und Martin Schartmüller für die ausgezeichnete Führung.