Reisebericht des Stammtisches der „LINZER BÜRGER“ über den Ausflug nach Triest vom Donnerstag 21. – Sonntag 24. September 2017

Unser Ausflug führte uns diesmal nach Triest. Zwischen Karst und Meer an der oberen Adria gelegen, ist Triest die internationalste Stadt der Region und liegt in der Schwebe zwischen einer glorreichen Vergangenheit als „kleines Wien am Meer“ und einer Gegenwart als kosmopolitische Stadt, wo sich der Orient mit den Okzident trifft. Sie war eine der sprachlich und kulturell vielfältigsten Städte des Habsburgerreiches. Um 1900 war die Stadt Triest mit ca. 200.000 Einwohnern nach Wien, Budapest und Prag die viertgrößte Stadt der Monarchie.

Viele Triestiner fühlen sich nach wie vor stark mit der Zeit der Monarchie verbunden. In der Hafenstadt finden sich noch viele Spuren aus dieser Zeit. Der Kaiserin Maria Theresia wurde sogar ein eigener Stadtteil gewidmet. In der Umgebung Triest besuchten wir auf italienischer, wie auch auf slowenischer Seite sehenswerte Attraktionen. Für die Heimfahrt nahmen wir den Weg über Laibach mit einem Stadtbesuch.

1. Tag: Fahrt nach Triest durch das Isonzotal

Am frühen Morgen um 6:30 bestiegen 24 Teilnehmer frohen Mutes und in spannender Erwartung der kommenden Tage den Bus der Fa. Neubauer aus Altenberg, gelenkt von Helmut Freinbichler. Über die Tauernautobahn, vorbei an Gmünd und Maltatal, bekannt als Tal der stürzenden Wasser und im Talschluß die Kölnbreinsperre, die höchste Staumauer Österreichs kamen wir zur Mittagspause in Arnoldstein.

Dann ging es weiter in das Kanaltal, vor Tarvis links in das Seebachtal mit der Gailitz und kamen in das Gebiet des Mangarts (2.679 m). Eine kurze Rast beim Raibler-See (Lago die Predil) ließ uns staunen, ob der für viele der Reiseteilnehmer unbekannten Naturschönheit inmitten der Julischen Alpen.

Weiter ging es über den Raibl-Paß (Paso di Predil) (1156 m) nach Slowenien.

Bei Flitsch (Bovec) kamen wir in das Tal des Isonzo – weltberühmt für seine Naturschönheit und dem türkisfarbenen Wasser des Flusses. Es ist die Heimat der Marmorataforelle, auch bekannt als Soca-Forelle; sie kann bis 1,2 m lang und bis zu 30 kg schwer werden. Sie darf nur in der Königsdisziplin Fliege gefischt werden.

Die Flitscher Klaus erinnerte uns an den 1. Weltkrieg. Vor 100 Jahren tobten in dem Tal die Isonzoschlachten. Vom Mai 1915 bis Oktober 1917 war es Schauplatz von zwölf Isonzoschlachten, auch unter dem Einsatz von Giftgas, bei denen rund 500.000 Soldaten getötet und 1,5 Millionen verwundet wurden.

Wir passierten die Festung Fort Hermann, Flitsch (Bovec) und kamen nach Karfreit (Kobarid, Caporetto), bekannt durch die gleichnamige Schlacht von Karfreit von 1917. In der Pause gab es die Möglichkeit des Museumsbesuchs. Dann ging es weiter nach Richtung Tolmein (Tolmin), vorbei an Görz und der größten italienischen militärischen Gedenkstätte Sacrario di Redipuglia und erreichten Triest. Wir bezogen das Hotel Italia, ein zentral gelegenes Hotel in der Nähe des Bahnhofs.

2. Tag: Ausflug nach Miramare, Triest Stadtführung und Besuch des Gestüts Lipica.

Bernado, unser Stadt- und Landführer für die nächsten 2 Tage, führte uns zuerst zum Schloss Miramare. Es befindet sich auf einem Felsvorsprung in der Nähe von Grignano und ist von einem üppigen Park mit botanischer Vielfalt umgeben. Erbaut Mitte des 19. Jhdts. für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, den Bruder Kaiser Franz Josephs I., und seiner Gattin Charlotte von Belgien spiegelt es in vielen Bereichen die große Liebe Maximilians zum Meer wider. In dem prunkvollen Adelswohnsitz befinden sich heute noch die Originalmöbel von damals.

Zurück in die Stadt, die altösterreichische Perle der Adria. Triest kam 1382 unter habsburgische Herrschaft und wurde nach der Erhebung zum Freihafen 1719 zum größten und bedeutendsten Hafen der habsburgischen Monarchie. Die lange Zugehörigkeit zum Habsburgerreich prägte die Stadt kulturell und historisch.

Mit dem Bus ging es über den Canale Grande vorbei an der Piazza dell’Unita d’Italia in Richtung Hafen.

Von dort in die Altstadt, durch die engen Gassen, vorbei an Überreste von Bauwerken aus römischer Zeit, überquerten die Piazza Goldoni durch den, aus der Zeit der Habsburger errichteten, Tunnel hinauf zum Kastell von San Giusto aus der Zeit Kaiser Friederichs III. mit einem wunderbaren Panoramablick auf die Stadt. In der Kathedrale von San Giusto bewunderten wir das Bodenmosaik der frühchristlichen Basilika aus dem 5. Jhdt.

Vor dem Mittagessen als Appetitanreger ein „Nero“ im berühmten Caffè degli Specchi (Café der Spiegel). Das 1839 eröffnete Café pflegt heute noch Wiener Kaffeehaustradition.

Nach dem Mittagessen ging die Fahrt in Karst auf eine Seehöhe von etwa 450 m – mit wunderbaren Blick auf Triest aus der Helikopterperspektive (O-Ton Bernado) – zum Gestüt Lipica.

Die Geschichte ist eng mit denen der Lipizzaner verbunden und reicht bis ins 16. Jhdt zurück. Das Gestüt wurde um 1580 von Erzherzog Karl gegründet, da der Habsburger Adel für Paradeauftritte immer wieder Pferde begehrte. Die Zucht der schneeweißen Lipizzaner war bereits anfänglich sehr erfolgreich. Es handelte sich um eine Kreuzung andalusischer Hengste mit einheimischen Stuten. Deren Gelehrsamkeit und Robustheit brachte die Pferde zunächst zu Dressurzwecken nach Wien, sie wurden später vor allem in der Spanischen Hofreitschule beim kaiserlichen Hof vorgeführt.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten die Pferde evakuiert werden und kamen über Umwege hauptsächlich ins österreichische Bundesgestüt Piber. Das Gestüt in Lipica konnte sich erst nach langer Zeit von diesem Verlust erholen und hat mittlerweile wieder ein erfolgreiches Zuchtprogramm von Lipizzanern.

Wir konnten im Stall die edlen Pferde bewundern, bekamen ausführliche Erklärungen zu den Stammbäumen und die Namen der Pferde und sahen auch kurz eine Kutschenfahrt im Rahmen der Weltmeisterschaft 2017 im Zweispännerfahren.

3. Tag: Ausflug nach Muggia, Koper, Piran und Besuch der Salinen von Secovlje.

Um 9 Uhr morgens übersetzten wir mit der Fähre nach Muggia, einer italienischen Hafenstadt mit historischen Ortskern. Der gotisch-venezianische Stil vieler Gebäude erinnert an die Herrschaft von Venedig. Das malerische Hafenbecken scheint fast in die Gassen und Plätze hineinzutreten. Wir spazierten durch die engen und malerischen Gassen, überquerten die herrliche Piazza Marconi, dem pulsierenden Herz des Städtchens und kamen mit vielen Eindrücken zum Bus.

Wir fuhren weiter in Richtung Slowenien. Rund 10 km nach der Grenze erreichten wir unser erstes Ziel: Koper, der große Konkurrent von Triest. Koper ist mit rund 40.000 Einwohnern die größte Stadt an der Küste Sloweniens und der einzige Frachthafen des Landes. Wir sahen moderne Bauten, viele Geschäfte mit auch uns bekannten Namen und geschäftiges

Treiben im Hafen. Noch was sahen wir: Autos, Autos, Autos ….., die auf die Verschiffung warteten. In der Pause hatten wir die Gelegenheit in die Stadt zu gehen und bewunderten am Hauptplatz die prachtvollen Bauten im venezianischen Stil, wie der Prätorenpalast aus dem 15. Jhdt. und die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale aus dem 14. Jhdt. mit dem Turm, der sich am italienischen Campanile orientiert. Das bedeutendste Gemälde der Kirche, die „Sacra Conversazione“ von Vittore Carpaccio

Dann ging es weiter vorbei an Izola. Die Altstadt liegt auf der ehemaligen Insel, auf die sich der Name der Stadt zurückführen lässt. Anfang des 19. Jhdts. wurde die Stadtmauer abgerissen, um mit dem Abbruchmaterial das Meer zwischen Insel und Festland aufzuschütten. Wir erreichten Portoroz, den Hauptort des slowenischen Tourismus. Die Stadt besitzt keinen historischen Kern, sie ist geprägt durch die großen Hotelkomplexe, das Spielcasino und den eingezäunten Jachthafen (die Marina). Die grundsätzlich betonierte oder felsige Küste wird durch die Thermalbäder in den Hotels und einen kleinen künstlich aufgeschütteten Sandstrand im Zentrum kompensiert.

Am späten Vormittag erreichten wir Piran. Mit ihrer Lage, ihrer Altstadt und venezianischen Architektur ist die Stadt an der Slowenischen Riviera eines der bekanntesten Touristenzentren Sloweniens. Der Spaziergang in der Altstadt durch die schmalen Gassen, mit eng aneinander gereihten Häusern, ergab ein mediterranes Feeling. Wir querten den Tartiniplatz mit dem zentral auf dem Platz stehenden Denkmal des Giuseppe Tartini. Zum Ensemble des Platzes gehört das klassizistische Rathaus an der Nordseite und rechts davon ein gotisches Patrizierhaus. Das Venezianerhaus wurde von einem reichen aus Venedig stammenden und dort verheirateten Kaufmann für seine in Piran lebende Geliebte gebaut. Die Hausecke gibt das Antlitz der Geliebten wieder. Die zum Tartiniplatz gerichtete Fassade enthält ein Relief mit der italienischen Aufschrift „lassa pur dir“ (Lass sie reden).

Wir genossen das Mittagessen im Restaurant Pavel 2. (Tripadvisor Nr. 8 von 55 Restaurants in Piran) Als Verdauungsspaziergang wanderte auf Vorschlag unseres Stadt- und Landführers Bernado eine kleine Gruppe zur der die Halbinsel überragende Kathedrale Sv. Jurij (St. Georg), die 1637 errichtet wurde.

Wir trafen uns beim Bus und fuhren zum letzten Ziel des Tages: die Salinen von Secovlje, Salzgewinnung und ein Naturpark in einer Fläche von 6,5 km², direkt an der kroatischen Grenze in der Bucht von Piran. Der nördliche Teil, genannt Lera wird heute noch zur Erhaltung der traditionellen Salzgewinnung in geringerem Umfang und nach wie vor ohne Einsatz von Maschinen bewirtschaftet. Die Salinen sind etwa 4 Monate im Jahr in Betrieb (normal vom 24. April bis zum 25. August); je nach Wetterlage aber auch früher oder späterIm südlichen Teil, Name Fortanigge wurde die Salzgewinnung in den 1960er Jahren aufgegeben. Die Ruinen der Salinenarbeiterhäuser sind hier bereits von der Natur zurückerobert, die Meeresdämme sind überspült.Die Führung durch die Saline gab uns einen tiefen Einblick in die noch archaisch anmutende Salzgewinnung und der Menschen, die in der Saline arbeiten. Sieben Jahrhunderte harte Arbeit der Salinenarbeiter formten Kanäle und Salzbecken. Hier erlebten wir hautnah die Symbiose von Mensch und Natur.

Das Piraner Salz ist für seine weiße Reinheit und die allerhöchsten Qualität weltbekannt. Das beste Ergebnis waren 6000 Tonnen, für heuer erwartet man 2500 Tonnen Salz.

Nach der Salinenbesichtigung ging es zurück nach Triest.

4. Tag: Stadtrundgang Laibach (Ljubljana) und Heimfahrt

Früh des Morgens verließen wir Triest. Nochmals ein Blick zurück auf die wunderbar gelegene Stadt am Meer. Wir kamen nach Laibach schnell und zügig, da der Verkehr auf der Autobahn am Sonntagvormittag uns das schnelle Fortkommen ermöglichte. Wir wurden von unserem Stadtführer Miro erwartet und tauchten unter seiner Führung – sein Vortrag war gewürzt mit launischen Bemerkungen – in die Altstadt Laibachs ein. Sie ist berühmt für ihre von Jože geplanten und errichteten Architekturdenkmäler.

Wir begannen am Markt, bewunderten die Drachenbrücke (das Wappentier Laibachs), die Fleischerbrücke, den Dom St. Nikolaus (erbaut nach den Plänen des römischen Jesuiten Andrea Pozzo), gingen über die Tromostovje-Brücke (Drei Brücken) bis zum France-Preseren-Platz mit der Franziskanerkirche Mariä- Verkündigung.

Wir schlenderten am Alten Platz am Rathaus der Stadt vorbei und überquerten den durch die Stadt fließenden Fluss Ljubljanica über die Schusterbrücke. Am Kongressplatz dasGebäude der slowenischen Philharmonie und das Hauptgebäude der Universität, bewunderten „Dinner in the Sky“ (eine Plattform wird auf ca. 60m gehoben – nichts für Höhenangst – , überquerten den Platz und kamen, vorbei am Hotel „Slon“ = Elephant zu unserem Gasthaus, wo wir unser Mittagessen einnahmen.

Wir lernten Laibach als eine mit unserer Geschichte verbundenen Stadt (am Tor des Doms St. Nikolaus sahen wir den Dom von Maria Saal und den Kärntner Fürstenstein) kennen. Kaiser Franz Joseph hatte sicher ein Faible für die Stadt. Er unterstützte sie großzügigst nach dem Erdbeben im Jahre 1895 beim Wiederaufbau durch Investitionen in die Infrastruktur. Zusammenfassend kann gesagt werden: ein Besuch von Laibach lohnt sich alleweil.

Anschließend erfolgte die Heimreise über Marburg – Graz – Liezen nach Linz, wo wir um ca. 19:30 am Hessenplatz wieder ausstiegen.

Petrus hatte mit uns Erbarmen und konnten die 4 Tage bei bestem Wetter genießen. Alle Teilnehmen waren zufrieden und kehrten wohlbehalten heim.

Ich hoffe es hat Euch gefallen und darf Euch beim nächsten Ausflug wieder begrüßen.

Ich möchte mich bei allen Reiseteilnehmer für die gute Laune, für’s Mitmachen und Pünktlichsein bedanken.

Deweiteren der herzlichste Dank an Firma Neubauer / Frau Mitter für die Organisation und an Helmut Freinbichler für die sichere und angenehme Fahrt, sowie seinen Fahrkünsten in der Altstadt von Triest.

Organisator & Reiseleitung Ing. Ralph Rosenhain

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