Gründung und Aufbau

1889

Am 11. Jänner erfolgt in der „Linzer Tagespost“ ein Aufruf zur Gründung eines Vereines „zur Unterstützung verarmter Linzer Geschäftsleute und Gewerbetreibender“, gez. Julius Reith, Cafetier.
„Zum Goldenen Löwen“, Hotel Wolfinger, 1910

Abbildung: „Zum Goldenen Löwen“, Hotel Wolfinger, 1910, als Gasthof vor 1646, nachweisbar Gründungsstätte der „Linzer Bürgertisch-Gesellschaft“

Bei der Gründungssitzung wird Georg Obermüller, geb. am 19. 4. 1829, Buchbinder und Papierhändler, Gemeinderat, Ehrenpräsident des Gewerbevorschussvereines, Mitbegründer und Präsidenten-Stellvertreter der Allg. Sparkasse, Armenvater und Träger des goldenen Verdienstkreuzes mit Krone zum Obmann gewählt. Im März wird der erste „Bürgertisch“ gespendet von Elise und Josef Zaininger, den Besitzern des Gasthofes „Goldener Löwe“ (heute Hotel Wolfinger) in Anwesenheit von Bürgermeister Johann Wimhölzl mit ersten Nagelschlägen eingeweiht. Dabei wird der Beschluss gefasst, wöchentlich 10 Kreuzer zur Finanzierung der humanitären Aufgaben zu spenden.„Vereinter Bürgersinn ist Macht“ wird zum Wahlspruch der „Bürgertischgesellschaft“. In der Folge ist ein starker Anstieg der Mitgliederzahl und des Vereinsvermögens festzustellen. Es wird eine große gesellschaftliche Tätigkeit in Form von Veranstaltungen entwickelt.Ersten „Stipendiaten“ (laufend unterstützte notleidende Gewerbetreibende) wird geholfen.“

obermueller
Georg Obermüller (1828–1907) der erste Obmann der „Linzer Bürgertisch-Gesellschaft“

1905

Georg Obermüller wird Ehrenmitglied

1907

Am 17. Juni stirbt Georg Obermüller im 79. Lebensjahr. Sein Nachfolger wird der Linzer Uhrmachermeister, Gemeinderat, Landtags- und Reichratsabgeordneter Josef Böheim. Seine Stellung im öffentlichen Leben erhöht weiter die gesellschaftliche Bedeutung der „Bürgertischgesellschaft“ und bringt ein weiteres Ansteigen der Mitgliederzahl und des Vereinsvermögens.
Josef Böheim (1846–1919)

Josef Böheim (1846–1919) • 2. Obmann der „Linzer Bürgertisch-Gesellschaft“